Ist das Recht auf Waffenbesitz bedeutsam?  Hauptseite Antworten auf Einwände 
Gibt es ein Recht,
Schusswaffen zu besitzen?
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5 Werden Waffenrechte verdrängt?

Ich habe vorgebracht, dass ein starkes Anscheinsrecht für den Besitz von Schusswaffen besteht. [310] Nichtsdestotrotz könnte ein Waffenverbot gerechtfertigt sein, wenn die Gründe für das Verbot stark genug wären, dieses Recht zu verdrängen. Um zu bestimmen, ob das zutrifft, betrachten wir drei Fragen: Erstens: Wie groß ist der Schaden durch privaten Waffenbesitz? Zweitens: Wie groß sind dessen Vorteile? Drittens: Wie muss das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen aussehen, um das Recht auf Waffenbesitz zu verdrängen? Ich werde darlegen, dass erstens der Schaden durch privaten Waffenbesitz stark aufgebauscht wurde; und zweitens dessen Vorteile groß sind und tatsächlich die Schäden aufwiegen; und drittens die Schäden die Vorteile um ein Vielfaches übertreffen müssten, um das Recht auf Waffenbesitz zu verdrängen.
Es gibt massenweise empirische Literatur hinsichtlich der Auswirkungen von Waffenbesitz und Waffenbeschränkungen. Hier können wir nur einige der bekanntesten Argumente aus dieser Literatur aufnehmen.

5.1 Was gegen Schusswaffen spricht

5.1.1 Die 43-zu-1-Statistik

Ein beliebter Einwand besagt, eine Schusswaffe, die im Haus aufbewahrt wird, werde mit 43-fach höherer Wahrscheinlichkeit bei einem Selbstmord, einem Tötungsdelikt oder einem tödlichen Unfall verwendet als zur Tötung eines Eindringlings in Notwehr.[22] [22] Arthur Kellerman und Donald Reay, „Protection or Peril? An Analysis of Firearm- Related Deaths in the Home“, New England Journal of Medicine 314 (1986): 1557–1560. Diese Statistik wird häufig in verschiedenen Abwandlungen wiederholt; beispielsweise gibt LaFollette die Studie folgendermaßen falsch wieder:
Auf jeden Fall, bei dem jemand in einem Haushalt mit Schusswaffen eine solche einsetzt, um erfolgreich einen lebensbedrohlichen Angriff abzuwehren, sterben beinahe 43 Menschen in ähnlichen Haushalten durch einen Schuss.[23] [23] Hugh LaFollette, „Gun Control“, Ethics 110 (2000): 263–281, S. 276 (Betonung hinzugefügt). Dixon („Why We Should Ban Handguns“, S. 276) zitiert die Statistik fälschlich mit 53 statt 43; Ihm ist jedoch zu gute zu halten, dass er zugibt, dass die Zahl aufgebauscht ist, und er sagt, dass stattdessen der Wert 2,94 eingesetzt werden solle.
Das Problem mit LaFollettes Charakterisierung, welche von der irreführenden Tendenz der Statistik zeugt, besteht darin, dass Kellerman und Reay keine Schätzung der Häufigkeit vornahmen, mit der Schusswaffen eingesetzt werden, um Angriffe zu stoppen, ob lebensbedrohlich oder nicht; sie zogen nur Fälle in Betracht, bei denen jemand getötet wurde.[24] [24] Kellerman und Reay, „Protection or Peril?“, S. 1559 Umfragedaten deuten darauf hin, dass nur bei einem winzigen Bruchteil der defensiven Waffeneinsätze eine Schussabgabe erfolgt geschweige denn die Tötung des Kriminellen; normalerweise reicht es aus, den Kriminellen mit der Waffe zu bedrohen. Um die Vorteile von Schusswaffen zu bewerten, müsste man die Häufigkeit untersuchen, mit der Schusswaffen Verbrechen verhindern, statt die Häufigkeit, mit der Kriminelle erschossen werden.[25] [25] Kleck, Targeting Guns, S. 162–164 u. 178. Kleck schätzt, dass in ungefähr 1 % der Fälle des defensiven Waffengebrauchs ein Schuss abgegeben wird, und dass in einem von tausend der Täter erschossen wird, obgleich diese Zahlen Mutmaßungen zu sein scheinen. Kopel („Peril or Protection?“, S. 343) schätzt, dass höchstens 1 % des defensiven Waffengebrauchs zu einem Todesfall führt. [311]
Ein zweites Problem besteht darin, dass es sich bei 37 von Kellerman und Reays 43 Todesfällen um Selbstmorde handelt. Die verfügbaren Indizien ergeben kein klares Bild, ob eine eingeschränkte Verfügbarkeit von Schusswaffen die Selbstmordrate senken oder zum Ausweichen auf andere Methoden führen würde.[26] [26] Kleck, Targeting Guns, S. 269–292. Hinzu kommt, dass es philosophisch gesehen zweifelhaft ist, dass eine Beschränkung des Waffenbesitzes zwecks Selbstmordvorbeugung zum Aufgabenbereich eines freiheitlichen Staates gehört, selbst wenn eine solche Regelung wirksam wäre. Ein Grund für Zweifel rührt daher, dass sie in die Rechte von Waffenbesitzern eingriffe (sowohl in die der Selbstmordkandidaten als auch in die der nicht-selbstmordgefährdeten Mehrheit), ohne die Rechte eines anderen zu schützen.[27] [27] Hughes und Hunt („Liberal Basis“, S. 13–14) bringen dieses Argument vor. Ein weiterer Grund für Zweifel aus utilitaristischer Sicht besteht darin, dass man nicht davon ausgehen kann, dass Selbstmordkandidaten ein insgesamt fröhliches und angenehmes Leben führen; daher sollte man nicht annehmen, dass die Verhinderung eines Selbstmords durch andere Mittel als die Verbesserung des Lebensglücks des Betroffenen den Nutzen erhöht statt ihn zu vermindern. Aus diesen Gründen sollten Selbstmorde von den Erhebungen ausgenommen werden.
Ein drittes Problem besteht darin, dass Kellerman und Reay nur Fälle als Selbstverteidigung zählten, die von Polizei und örtlicher Staatsanwaltschaft so bezeichnet wurden; sie ließen die Möglichkeit von Fällen außer acht, die später vor Gericht als Selbstverteidigung gewertet wurden. Letztere Art von Fällen überwog vermutlich.[28] [28] Kopel („Peril or Protection?“, S. 342) zitiert Fälle, die im Time-Magazine (17. Juli 1989 u. 14. Mai 1990) besprochen wurden und andeuten, dass vielleicht 3/4 der Fälle von Selbstverteidigung ursprünglich nicht von Polizei und Staatsanwaltschaft als solche bezeichnet werden.

5.1.2 Internationale Vergleiche

Eine zweite Art von Argument, die oft von Befürwortern der Waffenreglementierung vorgebracht wird, stützt sich auf Vergleiche der relativen Anzahl von Tötungsdelikten zwischen den Vereinigten Staaten und anderen demokratischen Industrieländern wie Kanada, Großbritannien, Schweden und Australien. Dabei kommt heraus, dass in den Vereinigten Staaten die relative Anzahl von Tötungsdelikten stark erhöht ist, und es wird behauptet, dies liege hauptsächlich am höheren Anteil von Waffenbesitz in den V. S.[29] [29] Dixon, „Why We Should Ban Handguns“, S. 248–253; LaFollette, „Gun Control“, S. 275; J. H. Sloan, A. L. Kellermann, D. T. Reay, J. A. Ferris, T. Koepsell, F. P. Rivara, C. Rice, L. Gray u J. LoGerfo, „Handgun Regulations, Crime, Assaults, and Homicide: A Tale of Two Cities“, New England Journal of Medicine 319 (1988): 1256–1262 (obgleich Sloan nur zwei Städte miteinander vergleicht). Beachten Sie aber, dass die Korrelation empfindlich darauf reagiert, welche Länder man zum Vergleich heranzieht (siehe Edgar Suter, „Guns in the Medical Literature—A Failure of Peer Review“, Journal of the Medical Association of Georgia 83 [1994]: 133–148, S. 142)
Skeptiker bringen vor, dass die Vereinigten Staaten über eine Reihe einzigartiger kultureller Merkmale verfügten, welche die Mordrate beeinflussen und zwischenstaatlichen Vergleichen ihre Aussagekraft nehmen.[30] [30] Kopel, The Samurai, The Mountie, and the Cowboy: Should America Adopt the Gun Controls of Other Democracies? (Buffalo, N.Y.: Prometheus, 1992); zusammengefasst in Kopel, „Peril or Protection?“ S. 304–307 Einigen erscheint diese Behauptung glaubhafter als [312] anderen. Glücklicherweise brauchen wir uns nicht auf unser Bauchgefühl verlassen. Stattdessen können wir die Behauptung empirisch prüfen, indem wir Daten innerhalb der Vereinigten Staaten für die Geltungsbereiche unterschiedlicher Waffengesetze und deren Waffenbesitzraten in räumlicher und zeitlicher Hinsicht untersuchen. Dies würde die kulturellen Merkmale wirksam ausschließen, welche angeblich die Mordrate beeinflussen. Wenn wir das tun, finden wir, dass (i) Geltungsbereiche mit schärferen Waffengesetzen zu höheren Kriminalitätsraten tendieren, (ii) Lockerungen der Waffengesetze dazu tendieren, von einem Rückgang der Kriminalitätsraten gefolgt zu werden, (iii) Gebiete mit einem höheren Anteil an Waffenbesitzern niedrigere Kriminalitätsraten haben, und (iv) geschichtlich betrachtet die Kriminalitätsraten ohne erkennbares Muster schwanken, während der zivile Waffenbestand stark zunimmt.[31] [31] Zu (i) und (ii) siehe §5.1.2↑ unten sowie Kopel, „Peril or Protection?“ 1993, S. 308. Zu (iii) siehe Lott, More Guns, Less Crime, S. 114. Lotts Zahlen zur Korrelation zwischen Waffenbesitz und Kriminalitätsrate beinhalten u. a. Kontrollvariablen für die Häufigkeit von Verhaftungen, Einkommen, Bevölkerungsdichte. Zu (iv) siehe Don Kates, Henry Schaffer, John Lattimer, George Murray und Edwin Cassem, „Guns and Public Health: Epidemic of Violence or Pandemic of Propaganda?“ Tennessee Law Review 62 (1995): 513–596, S. 571–574.
Ich behaupte nicht, nachgewiesen zu haben, dass Waffengesetze eine Erhöhung der Kriminalität verursachen, oder dass ziviler Waffenbesitz diese nicht erhöht. Und ich bestreite auch nicht, dass es Belege auf Seiten der Verfechter von Waffenreglementierungen gibt. Was ich hier behaupte ist, dass die Belege, die sie vorbringen, nicht besonders überzeugend sind für den Nachweis, dass beim privaten Waffenbesitz der Schaden überwiegt. Die oberflächlichen Vergleiche zwischen verschiedenen Ländern, die hier diskutiert wurden, stützen sich typischerweise nur auf eine handvoll Datensätze, schließen viele Länder aus der Betrachtung aus und versuchen nicht, andere Faktoren zu kontrollieren, welche die Kriminalitätsrate beeinflussen. Im Unterschied dazu stehen der Gegenseite weitaus stringentere Studien zur Verfügung, wie wir gleich sehen werden. Man kann daher zumindest nicht behaupten, dass der Glaube gerechtfertigt sei, bei einem Waffenverbot überwiege der Nutzen.

5.2 Der Nutzen von Schusswaffen

5.2.1 Häufigkeit defensiven Schusswaffengebrauchs

Schusswaffen werden in den Vereinigten Staaten überraschend häufig von Privatbürgern zu Selbstverteidigungszwecken eingesetzt. Fünfzehn Studien, wobei die im folgenden Abschnitt besprochene nicht einberechnet ist, wurden seit 1976 durchgeführt, die Schätzungen zwischen 760.000 und 3,6 Millionen Fälle defensiven Waffengebrauchs pro Jahr ergaben, wobei der durchschnittliche Schätzwert bei 1,8 Millionen liegt.[32] [32] Kleck, Targeting Guns, S. 149–152 u. 187–188. Unter den eher Verlässlicheren befindet sich vermutlich die US-weite Umfrage von Kleck und Gertz aus dem Jahre 1993, welche auf geschätzte 2,5 Millionen Fälle defensiven Schusswaffengebrauchs im Jahr kommt und dabei militärische und polizeiliche Verwendung ausschließt ebenso wie den Einsatz gegen Tiere. In 400.000 dieser Fälle glauben die Waffenanwender, ihre [313] Schusswaffe habe mit Sicherheit oder beinahe sicher ein Menschenleben gerettet.[33] [33] Gary Kleck und Marc Gertz, „Armed Resistance to Crime: The Prevalence and Nature of Self-Defense with a Gun“, Journal of Criminal Law and Criminology 86 (1995): 150–187; ausführlicher behandelt in Kleck, Targeting Guns. Einen Hinweis auf den zwingenden Charakter der Studie gibt die Reaktion von Wolfgang, der sich selbst als einen „so überzeugten Verfechter der Waffenreglementierung, wie man ihn in unter Kriminologen in diesem Land überhaupt finden mag“ („Tribute“, S. 188) bezeichnet, aber anschließend einräumt: „Nichtsdestotrotz ist die aktuelle Studie von Kleck und Gertz methodologisch eindeutig solide. Ich kann sie nicht weiter erörtern.“ (S. 191) Obgleich so gut wie sicher ist, dass die antwortenden Studienteilnehmer die Gefahr überschätzten,[34] [34] Im Jahre 1993, dem Jahr der Kleck-Gertz-Studie, geschahen nur etwa 25.000 Morde (U.S. Federal Bureau of Investigation, Crime in the United States 1995: Uniform Crime Reports [Washington, D.C.: U.S. Government Printing Office, 1996; URL [vom Übersetzer aktualisiert, abgerufen 3. Jan. 2014]: http://www.fbi.gov/about-us/cjis/ucr/crime-in-the-u.s/1995/95sec2.pdf], S. 14f). Es ist nicht plausibel, dass die Zahl der Morde, die durch die Anwesenheit von Schusswaffen vermieden wurde, so stark die Zahl der tatsächlich verübten Morde überschreitet, selbst wenn wir zugestehen, dass Menschen, die einem erhöhten Risiko von Mordversuchen ausgesetzt sind, eher Waffen besitzen. bedeutete dies – wenn auch nur ein Zehntel der Antworten zutrifft, dass die Anzahl der Menschenleben, die jedes Jahr gerettet werden, die Zahl der Tötungsdelikte und Selbstmorde mit Schusswaffen übersteigt. Im Sinne der Studie von Kleck und Gertz erfordert ein „defensiver Schusswaffengebrauch“, dass der Teilnehmer tatsächlich jemanden gesehen hat (und nicht nur beispielsweise ein verdächtiges Geräusch im Garten gehört hat), von dem er glaubt, dass dieser eine Straftat gegen ihn ausführt oder dies versucht, und er diesen zumindest mit der Schusswaffe bedroht hat, sie aber nicht notwendigerweise abgefeuert hat. Aus Klecks Statistik lässt sich schließen, dass defensiver Schusswaffengebrauch im Verhältnis 3:1 häufiger vorkommt als mit Schusswaffen verübte Delikte.[35] [35] Kleck, Targeting Guns, S. 159f. Beachten Sie jedoch, dass die Zahlen, die für die Häufigkeit von Schusswaffendelikten angenommen werden, sich auf den NCVS und FBI-Berichte (FBI’s Uniform Crime Reports) stützen, welche Straftaten, bei denen es sich nicht um Tötungsdelikte handelt, stark unterschätzen, weil die Opfer in solchen Fällen seltener Anzeige erstatten. Obgleich es sich bei Klecks Statistik um eine Überschätzung handeln könnte, sollte man sich drei Dinge vergegenwärtigen, bevor man dies als Hypothese anführt, um den Verteidigungsnutzen von Schusswaffen klein zu reden. Erstens müsste es sich bei Klecks Zahlen um sehr starke Überschätzungen handeln, damit die Schäden von Schusswaffen ihren Nutzen übertreffen. Zweitens müsste man unterstellen, dass alle fünfzehn Studien so angelegt sind, dass sie Überschätzungen ergeben. Drittens gibt es keinen Hinweis, dass eine Überschätzung wahrscheinlicher ist als eine Unterschätzung; vielleicht erfinden einige Teilnehmer Vorfälle oder stellen sie falsch dar, aber vielleicht gibt es auch Teilnehmer, die ihren defensiven Schusswaffengebrauch entweder vergessen haben oder vorziehen, darüber nicht mit einem Fremden am Telefon zu reden.[36] [36] Hemenway („Survey Research and Self-Defense Gun Use: An Explanation of Extreme Overestimates“, Journal of Criminal Law and Criminology 87 [1997]: 1430–1445) sowie Philip J. Cook, Jens Ludwig und David Hemenway („The Gun Debate’s New Mythical Number: How Many Defensive Uses Per Year?“ Journal of Policy Analysis and Management 16 [1997]: 463–469) haben behauptet, alle Umfragen lieferten starke Überschätzungen vielleicht um den Faktor 30. Die Skepsis von Cook und Ludwig hinsichtlich der Nützlichkeit von Umfragen zur Schätzung der Häufigkeit defensiven Waffengebrauchs kam auf, nachdem eine Studie, an der sie gearbeitet hatten, Ergebnisse lieferte, welche Klecks Arbeit bestätigte (Cook et al., „Gun Debate“, S. 464f). Siehe Gary Kleck, „Degrading Scientific Standards to Get the Defensive Gun Use Estimate Down“, Journal on Firearms and Public Policy 11 (1999): 77–137, für Erwiderungen auf ihre Einwände. [314]
Eine Studie – nämlich die US-weite Kriminalitätsopferumfrage (engl. National Crime Victimization Survey, NCVS) – liefert eine Schätzung, die um eine Größenordnung kleiner ist als die anderen. Die NCVS-Statistik besagt, dass ungefähr 100.000 Fälle defensiven Schusswaffengebrauchs im Jahr vorkommen.[37] [37] Cook et al., „Gun Debate“, S. 468. Eine Analyse von Daten aus früheren Jahren liefern David McDowall und Brian Wiersema, „The Incidence of Defensive Firearm Use by U.S. Crime Victims, 1987 through 1990“, American Journal of Public Health 84 (1994): 1982–1984; sowie Gary Kleck, „Crime Control through Private Use of Armed Force“, Social Problems 35 (1988): 1–21, S. 9; und Philip J. Cook, „The Technology of Personal Violence“, in Crime and Justice: A Review of Research, vol. 14, Hrsg. Michael Tonry (Chicago: University of Chicago Press, 1991), S. 54–56. Obwohl selbst diese Studie einen bedeutenden Selbstverteidigungswert von Schusswaffen belegt, liefern die NCVS-Zahlen wahrscheinlich eine grobe Unterschätzung angesichts der krassen Abweichung von allen anderen Schätzungen. Kleck beschreibt die methodischen Mängel der NCVS,[38] [38] Kleck, Targeting Guns, S. 152–154. von denen einer der ernsteren ist, dass es sich um eine nicht-anonyme Umfrage handelt (Die Teilnehmer geben ihre Adressen und Telefonnummern an.), bei der die Teilnehmer wissen, dass sie vom US-Justizministerium finanziert wird. Einem Angestellten eines Exekutivorgans der Bundesregierung gegenüber zögern die Teilnehmer vielleicht, nicht-anonym von ihrem defensiven Schusswaffengebrauch zu berichten, insbesondere wenn sie es nicht für ausgeschlossen halten, dass sie wegen eines Gesetzesverstoßes angeklagt werden. Hinzu kommt, dass die Teilnehmer nicht direkt zu ihrem defensiven Schusswaffengebrauch befragt wurden, sondern sie lediglich gebeten wurden, allgemein zu beschreiben, was sie zur Selbstverteidigung unternommen haben. Und die Teilnehmer wurden nicht zu Selbstverteidigungshandlungen befragt, wenn sie nicht zuvor die Kriminalitätsopferfragen als zutreffend beantwortet hatten, und wir wissen, dass die NCVS zumindest häusliche Gewalt drastisch unterschätzt; nur 22 % der häuslichen Angriffe aus den Polizeiakten (welche selber lückenhaft sein könnten) wurden von den Teilnehmern erwähnt.[39] [39] Siehe McDowall und Wiersema („Incidence“, S. 1983), obgleich sie nicht meinen, dass uns diese Tatsache davon abhalten sollte, der NCVS zu vertrauen.

5.2.2 Der Nutzen verdeckter Waffen

In den Vereinigten Staaten verbieten einige Bundesstaaten das verdeckte Führen von Waffen. Andere haben ein „Ermessens“-Bewilligungsrecht, das heißt Beamte vor Ort dürfen nach ihrem Ermessen Bewilligungen zum verdeckten Führen von Waffen an Bürger erteilen, die solche Bewilligungen beantragen. (In solchen Bundesstaaten beschränken die Beamten üblicherweise Bewilligungen auf besonders gefährdete Bürger, wie solche in Berufen, die es erfordern, große Geldmengen mitzuführen.) Andere haben ein „Nicht-Ermessens“- oder „Soll-Erteilungs“-Recht, welches Beamte verpflichtet, Bewilligungen an alle Antragssteller auszugeben, [315] die gewisse, festgelegte, objektive Kriterien erfüllen. (Diese Kriterien können beinhalten, dass keine Vorstrafen vorhanden sind, eine Gebühr entrichtet wird, das Mindestalter erreicht ist und/oder ein Sicherheitslehrgang absolviert wird.) Ein Soll-Erteilungsrecht führt dazu, dass viel mehr Bewilligungen erteilt werden. Schließlich erlaubt der Bundesstaat Vermont erlaubnisfrei das verdeckte Führen von Waffen. Viele Bundesstaaten gingen in den 1980ern und 1990ern von einem Ermessens- zu einem Nicht-Ermessensrecht über.
John Lott und David Mustard führten eine Studie über die Wirkung von Nicht-Ermessensrechten auf die Kriminalitätsrate durch, bei der es sich wahrscheinlich um die gründlichste und umfassendste Studie der Waffenregulierungsliteratur handelt.[40] [40] John Lott und David Mustard, „Crime, Deterrence, and Right-to-Carry Concealed Handguns“, Journal of Legal Studies 26 (1997): 1–68; ausführlich besprochen in Lott, More Guns, Less Crime. Lotts Studie verwendet Zeitreihen und Querschnittsdaten aus allen 3.054 Bezirken der Vereinigten Staaten von 1977 bis 1992. Insgesamt haben Bundesstaaten mit Soll-Erteilungsrechten eine Gewaltkriminalitätsrate, die gut halb so hoch (55 %) liegt, wie in den anderen Bundesstaaten.[41] [41] Lott, More Guns, Less Crime, S. 46 Dies alleine belegt nicht, dass die schärferen Waffengesetze Ursache der dramatisch höheren Gewaltkriminalitätsraten in den jeweiligen Bundesstaaten sind, denn die Korrelation ließe sich durch die Hypothese erklären, dass Bundesstaaten, die von vornherein höhere Kriminalitätsraten haben, eher strenge Waffengesetze verabschieden. Diese Hypothese würde jedoch nicht erklären, warum die Gewaltkriminalitätsraten gesunken sind, nachdem Bundesstaaten zu Soll-Erteilungsrechten für verdecktes Führen übergegangen sind.[42] [42] ebenda, S. 70–81 Nach der Durchführung einer Multi-Regressionsanalyse, welche zahlreiche weitere Variablen kontrolliert wie etwa Verhaftungs- und Verurteilungsraten, Länge von Haftstrafen, Bevölkerungsdichte, Einkommensniveau und Rassen- und Geschlechterverteilung von Bezirken, fand Lott heraus, dass durch den Übergang zum Soll-Erteilungsrecht die Mordraten unmittelbar um etwa 8 % sanken, Vergewaltigungen um 5 % und schwere Körperverletzung um 7 %, wobei die Rückgänge sich in den Folgejahren fortsetzten. (Lott erklärt letzteres durch die allmähliche Zunahme der insgesamt ausgestellten Bewilligungen.)[43] [43] ebenda, S. 51 u. 73. Auf S. 122–158 geht er auf verschiedene Einwände von Befürwortern von Waffenbeschränkungen ein.
Befürworter von Waffenreglementierungen verwundern diese Statistiken möglicherweise aus theoretischer Sicht: Eine Erhöhung der Verfügbarkeit eines der wichtigsten Mittel zur Begehung von Gewaltverbrechen sollte – ihrer Meinung nach – die Gewaltkriminalitätsrate erhöhen.[44] [44] LaFollette, „Gun Control“, S. 273f. Aber eine alternative Theorie sagt das Gegenteil vorher: Die erhöhte Verfügbarkeit von Schusswaffen für Bürger einschließlich der Möglichkeit, Waffen verdeckt zu führen, erhöht das Risiko für potentielle Kriminelle, eine böse Überraschung zu erleben, wenn sie versuchen, ein Gewaltverbrechen zu begehen. Diese kann darin bestehen, beschossen zu werden, vom Opfer bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten zu werden, sowie schlicht darin, die Tat abbrechen zu müssen. Daher sollte [316] unter sonst gleichen Bedingungen eine höhere Verfügbarkeit von Schusswaffen für die Allgemeinheit zu weniger Gewalttaten führen.
Lotts Studie spricht stark für diese Theorie. Aber selbst ohne statistische Belege in Betracht zu ziehen, ist die Theorie plausibler als diejenige, welche Befürworter von Waffenbeschränkungen ins Feld führen. Waffengesetze neigen dazu, das Verhalten von potentiellen Kriminalitätsopfern stärker zu beeinflussen als das von Kriminellen. Wer vor Gewaltverbrechen nicht zurückschreckt, wird mit viel höherer Wahrscheinlichkeit als der Durchschnittsbürger auch zu einem Vergehen wie dem unerlaubten Führen einer verdeckten Waffe bereit sein. So jemand wird auch eher über Schwarzmarktkontakte verfügen, welche ihm illegale Waffen liefern können.[45] [45] Ausgehend von geschätzten 230 Millionen Waffen in Privatbesitz innerhalb der Vereinten Staaten (Kleck, Targeting Guns, S. 63–70 u. 96–97), kann im Falle eines Waffenverbots von einem großen Schwarzmarkt ausgegangen werden. In diesem Zusammenhang bemerkt Kopel („Peril or Protection?“, S. 319), dass sowohl die Alkohol- wie auch die Drogenprohibition jeweils einen großen Schwarzmarkt zur Folge hatte, und den Bürgern die Beschaffung nicht sonderlich erschwerte. Daher führen Gesetze, die dem verdeckten Führen von Waffen Hindernisse in den Weg stellen oder es verbieten oder den Waffenbesitz völlig verbieten, eher zu einem sehr viel stärkeren Rückgang beim Anteil der bewaffneten Opfer als beim Anteil der bewaffneten Kriminellen.
Des Weiteren kann man annehmen, dass die Möglichkeit, auf ein bewaffnetes Opfer zu stoßen, potentielle Gewalttäter durch Abschreckung stärker beeinflusst als eine mäßige Erhöhung der Schwierigkeit, eine Schusswaffe für Straftaten zu beschaffen, da die gefürchteten Folgen eines Angriffs auf ein bewaffnetes Opfer äußerst ernst sind, wogegen eine erhöhte Schwierigkeit bei der Waffenbeschaffung eine vergleichsweise kleine Hürde zur Begehung eines Gewaltverbrechens darstellt, insbesondere wenn man sich ein körperlich unterlegenes und unbewaffnetes Opfer aussuchen kann, oder wenn man über Schwarzmarktkontakte verfügt.
Dieses Argument ist noch nicht schlüssig, weil es sein könnte, dass sehr wenige Nicht-Kriminelle Schusswaffen zur Selbstverteidigung führen würden – selbst wenn man es ihnen erlaubt, wodurch das Risiko für einen Kriminellen, auf ein bewaffnetes Opfer zu treffen, ein unwesentlicher Gesichtspunkt bliebe. Tatsächlich besitzen aber derzeit sehr viele nicht-kriminelle Amerikaner Schusswaffen, und etwa 9 % der Amerikaner geben bei einer Studie zu, eine Schusswaffe außerhalb der Wohnung zum Selbstschutz zu führen.[46] [46] Kleck, Targeting Guns, S. 205f u. 213. Die Statistik beinhaltet alle Teilnehmer, die angaben, im Vorjahr mindestens einmal eine Schusswaffe geführt zu haben, wobei die Mitnahme in einem Fahrzeug eingeschlossen war. Durchschnittlich gaben Waffenträger an, im Jahr an 140 Tagen Waffen geführt zu haben. Scharfe Waffengesetze bezüglich des verdeckten Führens halten vermutlich viele andere davon ab, ihre Waffen an öffentlichen Orten zu führen. Entsprechend geben die befragten Kriminellen an, dass sie größere Furcht vor einer Begegnung mit bewaffneten Opfern hätten als vor einer Begegnung mit der Polizei.[47] [47] James Wright und Peter Rossi, Armed and Considered Dangerous: A Survey of Felons and Their Firearms (Hawthorne, N.Y.: Aldine de Gruyter, 1986), S. 144–146.
Aus diesen Gründen sollte es nicht überraschen, dass bei der Wirkung schärferer Waffengesetze die verringerte Abschreckung von Gewaltverbrechen [317] überwiegt gegenüber der Erschwernis bei der Beschaffung von entsprechenden Tatwerkzeugen.

5.3 Warum ein Schusswaffenverbot zu seiner Rechtfertigung sehr viel größeren Nutzen als Schaden stiften müsste

Um als ein Fall der Verdrängung eines Anscheinsrechts gerechtfertigt zu sein, müsste ein Schusswaffenverbot viel mehr Menschenleben retten als opfern, denn:
  1. Es ist falsch, jemanden zu ermorden, selbst um dadurch mehrere andere Tötungen zu verhindern. (Prämisse)
  2. Die Verletzung des Rechts eines Menschen oder einer Gruppe auf Selbstverteidigung, welche absehbar zum Tod eines der Opfer führt, ist moralisch vergleichbar mit Mord. (Prämisse)
  3. Wenn es falsch ist, einen Mord zu begehen, um mehrere Tötungen zu verhindern, dann ist es falsch, eine Rechtsverletzung zu begehen, die mit Mord vergleichbar ist, um mehrere Tötungen zu verhindern.
  4. Daher ist es falsch, das Recht eines Menschen oder einer Gruppe auf Selbstverteidigung zu verletzen, welche absehbar zum Tod eines der Opfer führt, selbst um mehrere Tötungen zu verhindern. (aus 1, 2, 3)
  5. Daher ist es falsch, das Recht einer Gruppe auf Selbstverteidigung zu verletzen, welche absehbar zum Tod vieler der Opfer führt, selbst um ein Mehrfaches an Tötungen zu verhindern. (aus 4)
  6. Ein Schusswaffenverbot würde das Recht einer Gruppe auf Selbstverteidigung verletzen, welche absehbar zum Tod vieler der Opfer führt. (Prämisse)
  7. Daher ist ein Schusswaffenverbot falsch, selbst wenn es für die Todesfälle, die es mit sich bringt, andererseits ein Mehrfaches an Todesfällen verhindert. (aus 5, 6)
Vergleichbare Überlegungen lassen sich bezüglich anderer Rechte anführen darunter beispielsweise das Recht, sich in der selbst gewählten Art der Freizeitgestaltung zu betätigen. Im Allgemeinen läuft es darauf hinaus, dass die Verdrängung eines Rechts aus konsequentialistischen Gründen nicht bloß einen höheren Nutzen erfordert, sondern dieser sehr viel größer sein muss als der Schaden für den Rechteinhaber. Der Einfachheit halber beleuchte ich nur, wie die Beweisführung im Hinblick auf das Recht auf Selbstverteidigung funktioniert.
Konsequentialisten lehnen Prämisse (1) ab. Aber praktisch alle, welche den Begriff des Rechts akzeptieren, würden auch (1) akzeptieren. Betrachten wir dieses altgediente Beispiel:[48] [48] H. J. McCloskey, „An Examination of Restricted Utilitarianism“, Philosophical Review 66 (1957): 466–485, S. 468f; 1963. Ich habe das Beispiel leicht abgewandelt.
Beispiel 4 Sie sind Richter in einem Rechtssystem, in dem Richter über die Frage „schuldig“ oder „nicht-schuldig“ urteilen. Sie haben einen Angeklagten vor sich, dem ein Verbrechen zur Last gelegt wird, das [318] erhebliche Empörung in der Öffentlichkeit ausgelöst hat. Im Verlauf des Prozesses wird Ihnen klar, dass der Angeklagte unschuldig ist. Die überwältigende Mehrheit der Öffentlichkeit hält ihn jedoch für schuldig. Folglich glauben Sie, dass es bei einem Freispruch zu Unruhen käme, in deren Verlauf mehrere Menschen (unschuldig) ums Leben kommen und viele verletzt werden. Nehmen wir an, dass auf das Verbrechen zwingend die Todesstrafe steht. Sollen Sie den Angeklagten verurteilen?
Die meisten Leute – einschließlich praktisch aller, die an Rechte glauben – sagen, dass die Antwort nein lautet. Wenn dies die richtige Antwort ist, dann müssen wir folgern, dass es falsch ist, die Rechte (insbesondere das Recht auf Leben) eines Menschen zu verletzen, selbst wenn man dadurch mehrere ähnlich schwere Rechtsverletzungen verhindern könnte. Dies liegt daran, dass Rechte als akteursbezogene Beschränkungen wirken: Selbst keine Rechte zu verletzen, ist jedem Menschen auferlegt, nicht aber herbeizuführen, dass die Gesamtzahl aller Rechtsverletzungen in der Welt sinkt.[49] [49] Diese Ansicht stößt auf breite Akzeptanz; siehe Samuel Scheffler, The Rejection of Consequentialism, 2. Ausgabe (Oxford: Clarendon Press, 1994), S. 80; Robert Nozick, Anarchy, State, and Utopia (New York: Basic Books, 1974), S. 28–31 [ Anarchie – Staat – Utopia
, Olzog]; Thomas Nagel, „Nozick: Libertarianism without Foundations“, in Other Minds: Critical Essays 19691994 (New York: Oxford University Press, 1995), S. 145.
So etwas wie Prämisse (1) ist ein wesentliches Abgrenzungsmerkmal einer rechtebasierten Moraltheorie gegenüber einer konsequentialistischen Theorie.
Prämisse (2) stützt sich auf die Überlegungen von §4.2↑.
Für Prämisse (3) spricht der Gedanke, dass ein Anscheinsrecht sich um so schwerer verdrängen lässt, je schlimmer die dabei entstehende Rechtsverletzung wäre. Selbst wenn diese Annahme im Allgemeinen nicht zutrifft, ist es plausibel, dass sie es im vorliegenden Fall tut. Dieser besteht darin, dass wenn es ungerechtfertigt ist, einen Menschen zu töten, um mehrere Menschenleben zu retten, und wenn eine bestimmte Verletzung des Rechts auf Selbstverteidigung moralisch auf einer Stufe mit dem Töten eines Menschen steht, es dann auch falsch ist, diese Verletzung des Rechts auf Selbstverteidigung zu begehen, um mehrere Menschenleben zu retten. Es ist schwer einzusehen, warum das Recht auf Selbstverteidigung sich anders verhalten sollte, indem es sich viel leichter verdrängen lässt als das Recht auf Leben.
Schritt (5) ist ein vernünftiger Schluss aus (4). Angenommen, dass der Richter in Beispiel 4 sich zur Verurteilung entschließt und somit falsch handelt. Angenommen er wird in seinem Berufsleben vier weitere Male mit ähnlichen Situationen konfrontiert, und handelt jedes Mal auf gleiche Art falsch. Vermutlich ist die Gesamtfolge von Handlungen, die daraus besteht, insgesamt fünf Menschen zu Unrecht getötet zu haben, um ein Mehrfaches an Menschenleben zu retten, ebenso falsch. Ziehen wir nun eine weitere Abwandlung in Betracht: Angenommen, dass er mit den fünf unschuldigen Angeklagten nicht über sein Berufsleben verteilt zu tun hat, sondern diese ihm in einem einzigen Kollektivprozess gegenüberstehen, dass er sie alle in einem Kollektivurteil für schuldig befindet, und dass diese Handlung ebensoviele Menschenleben rettet. [319] Vermutlich bleibt die Handlung des Richters falsch. Aus derlei Gründen sollten wir den Schluss von (4) auf (5) akzeptieren.
Prämisse (6) wird gestützt durch die Überlegungen in §5.2↑.
Schließlich folgt (7) aus (5) und (6). Angesichts des äußerst schlimmen rechtsverletzenden Charakters eines Schusswaffenverbots gilt jedem Versuch, es moralisch zu rechtfertigen, äußerst scharfe Kritik – Kritik wie sie etwa im Falle der Rechtfertigung einer Regelung aufkäme, die viele unschuldige Menschen tötet, um irgendein gesellschaftliches Ziel zu erreichen.
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