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Gibt es ein Recht,
Schusswaffen zu besitzen?
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1 Einleitung

[297] Befürworter einer Reglementierung des Besitzes von Schusswaffen nehmen oft an, die Angemessenheit der Waffengesetze hänge davon ab, ob die Kriminalitätsrate dadurch zu- oder abnimmt. Der Gedanke, dass solche Gesetze Rechte verletzen könnten, kommt selten auf. Auch dem Interesse von Waffenbesitzern, ihre Waffen zu behalten und zu benutzen, wird gewöhnlich kein großes Gewicht beigemessen. So bemerkte einmal ein Kollege, der in dieser Frage unterrichtet, mir gegenüber, dass vom Standpunkt der Rechte im Unterschied zu utilitaristischen Überlegungen wenig zu sagen sei. Das einzige Recht, das vielleicht tangiert werde, sei ein „unbedeutendes Recht – ‚Das Recht, eine Schusswaffe zu besitzen‘“. Gleichermaßen hat Nicholas Dixon seinen Verbotsvorschlag für alle Kurzwaffen als „kleinere Einschränkung“ bezeichnet und das Interesse der Waffenbesitzer, ihre Waffen zu behalten, als „unbedeutend“ gegenüber den Gefahren von Waffen.[1] [1] Nicholas Dixon, „Why We Should Ban Handguns in the United States“, St. Louis University Public Law Review 12 (1993): 243–283, S. 283 u. 244.
Ich halte diese Ansichten für töricht. Ich behaupte, dass Menschen ein Anscheinsrecht haben, Schusswaffen zu besitzen, und dass dieses Recht schwer wiegt, wichtige Interessen schützt und nicht von utilitaristischen Überlegungen verdrängt wird. Um den letzten Punkt zu stützen, werde ich darlegen, dass der Schaden durch privaten Waffenbesitz wahrscheinlich geringer ist als der Nutzen, und dass er diesen ohnehin um ein Vielfaches übertreffen müsste, um das Recht auf Waffenbesitz zu verdrängen.
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