Die Glaubenssätze des Egalitarismus und Non-Egalitarismus  Hauptseite Die Prämissen des Arguments 
Gegen
Gleichheit
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2 Das grundlegende Argument gegen Egalitarismus

Um zu prüfen, ob Gleichheit einen inneren Wert hat, bitte ich Sie, sich drei sehr einfache mögliche Welten vorzustellen. In jeder Welt leben nur zwei Menschen, Antoinette und Bubba, die beide hundert Jahre alt werden.
  • In Welt 1 haben Antoinette und Bubba jeweils ein Wohlbefinden in Höhe von 75, was ziemlich gut ist. (Stellen Sie sich vor, dass diese Zahl ein Maß für die Summe aller Aspekte des Wohlbefindens ist, etwa wie viel Vergnügen man hat, wie es um Gesundheit und Wissen bestellt ist, und was Sie sonst noch für das Wohlbefinden als wichtig erachten.)
  • In Welt 2 hat Antoinette ein Wohlbefinden in Höhe von 100 in der ersten Hälfte ihres Lebens doch in der zweiten Hälfte nur noch eines in Höhe von 50. Dagegen hat Bubba in seiner ersten Lebenshälfte ein Wohlbefinden in Höhe von 50 und in seiner zweiten Hälfte eines in Höhe von 100.
  • In Welt 3 hat Antoinette ein Wohlbefinden in Höhe von 100 über ihr gesamtes Leben, wogegen der arme Bubba nur eines in Höhe von 50 über sein gesamtes Leben hat.
Abbildung 1↓ zeigt diese drei Welten.
Abbildung drei_welten.png
Abbildung 1 Drei Welten
Unter sonst gleichen Umständen (d. h. es bestehen keine für die Bewertung relevanten Unterschiede zwischen diesen Welten, die nicht in meiner Beschreibung angegeben sind) ist dem Egalitarismus zufolge Welt 1 klar besser als Welt 3. Ich dagegen möchte Sie davon überzeugen, dass Welt 1 und 3 gleich gut sind. Mein grundlegendes Argument lautet:
  1. Welt 1 und 2 sind gleich gut.
  2. Welt 2 und 3 sind gleich gut.
  3. Deswegen sind Welt 1 und 3 gleich gut.
Um die Darstellung zu vereinfachen, führe ich folgende Variablen ein:
v1  =   Der Wert von Welt 1. v2  =   Der Wert von Welt 2. v2a  =  Der Wert der ersten Hälfte von Welt 2. v2b  =  Der Wert der zweiten Hälfte von Welt 2. v3  =   Der Wert von Welt 3. v3a  =  Der Wert der ersten Hälfte von Welt 3. v3b  =  Der Wert der zweiten Hälfte von Welt 3.
Mit diesen Symbolen lautet mein Argument wie folgt:
  1. v1 = v2 Prämisse.
  2. v2 = v3 nachfolgend aus (a) bis (e)
    1. v2a = v2b Prämisse.
    2. v3a = v3b Prämisse.
    3. v2a = v3a Prämisse.
    4. v2 = v2a + v2b Prämisse.
    5. v3 = v3a + v3b Prämisse.
    6. v2 = v3 aus (a) bis (e)
  3. v1 = v3 aus 1 und 2
Offensichtlich folgt der Schluss aus den Prämissen, und offensichtlich ist er mit dem Egalitarismus unvereinbar. Wir brauchen also nur noch die Prämissen zu untersuchen: Warum meine ich, dass (1), (2a), (2b), (2c), (2d) und (2e) alle zutreffen?
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