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Gegen
Gleichheit
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1 Die Glaubenssätze des Egalitarismus und Non-Egalitarismus

Die Form des Egalitarismus, mit der ich mich befasse, besagt, Gleichheit bei der Wohlstandsverteilung unter den Menschen sei wesenhaft gut. Mit anderen Worten sei es gut, wenn es den Leuten gleich gut geht, und schlecht, wenn es einigen besser geht als anderen, ohne Berücksichtigung weiterer Folgen einer derartigen Gleichheit oder Ungleichheit.[1] [1] Im Anschluss behandle ich den inneren Wert der Gleichheit als übereinstimmend mit dem inneren Unwert der Ungleichheit. Genauer gesagt, befasse ich mich (nur) damit, ob Gleichheit wesenhaft besser ist als Ungleichheit. Non-Egalitarismus ist die Auffassung, Gleichheit in der Wohlstandsverteilung unter den Menschen sei wesenhaft neutral, d. h. ohne Berücksichtigung nützlicher oder schädlicher Folgen komme es nicht darauf an, ob es den Leuten gleich gut geht. Ihn verteidige ich in den folgenden beiden Abschnitten.
Aus einer Reihe von Gründen kann man denken, Gleichheit in der Wohlstandsverteilung unter den Menschen („zwischenmenschliche Gleichheit“) sei instrumentell gut oder schlecht. Beispielsweise verursacht Ungleichheit zwischen den Menschen vielleicht Groll und Unzufriedenheit auf Seiten derer, die weniger haben, was ihr Wohlbefinden zusätzlich absenkt. Vielleicht gefährdet sie sogar die politische Stabilität. Dies wären Gründe dafür, Gleichheit instrumentell für gut zu halten. Andererseits spornt Ungleichheit vielleicht den Arbeitseifer der Leute an, was insgesamt zu einem höheren durchschnittlichen Wohlbefinden führt. Dies wäre ein Grund, Ungleichheit instrumentell für gut zu halten. Dabei handelt es sich nicht um die Art von Gründen, die ich hier betrachte. Hier geht es mir nur um die Frage, ob Gleichheit einen inneren Wert hat, d. h. ob es an sich besser für die Menschen ist, gleich zu sein, wenn wir weitere mögliche Folgen der Gleichheit außer Acht lassen.
Es gibt viele, die an einen inneren Wert der Gleichheit glauben. Ihre Überlegung lautet, dass es ungerecht sei, wenn es einigen Leuten besser ergeht als anderen, unabhängig davon, ob Ungleichheit die Menschen unglücklich macht oder sie fleißiger arbeiten lässt usw. Sie glauben also, dass es unter sonst gleichen Umständen besser ist, wenn Gleichheit herrscht.
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