Was hält uns in Unwissenheit?  Hauptseite Fazit 
Lob der Untätigkeit
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4 Konkrete Lehren

Wenn – wie von mir vorgebracht – politisches Wissen sehr begrenzt ist, und die politischen Akteure selten hauptsächlich politischen Idealen folgen, was sollen wir dann tun? Es mag so aussehen, als könne man keine politischen Empfehlungen herleiten, weil für jede Maßnahme, die wir aufgrund der politischen Unwissenheit empfehlen könnten, wir selbst unwissend in Bezug auf den Wert dieser Maßnahme wären. Dies träfe zu, wenn meine These ein radikaler „philosophischer“ Skeptizismus wäre, demzufolge niemand über den Hauch politisch relevanten Wissens verfüge. Glücklicherweise sind wir nicht völlig unwissend, und wir können einige plausible Empfehlungen für politische Akteure ableiten.

4.1 Gehen Sie nicht wählen

In zeitgenössischen Demokratien werden Wahlkämpfe oft von öffentlich-rechtlichen Kampagnen begleitet, welche die Bürger dazu ermutigen, das Wahllokal aufzusuchen und abzustimmen; unabhängig von der eigenen politischen Einstellung scheint es wichtig zu sein, dass man für irgendetwas stimmt. In manchen Ländern macht der Staat das Wählen sogar zur Pflicht.
Diese Kampagnen sind eine entsetzliche Idee. Die meisten Wähler sind überhaupt nicht auf dem Laufenden – wissen vielleicht nicht einmal, wer ihre Führer sind, und mit Sicherheit nicht, wer der beste Kandidat ist. Stellen Sie sich vor, jemand fragt Sie nach dem Weg zu einem ortsansässigen Restaurant. Wenn sie keine Ahnung haben, wo das Restaurant sich befindet, sollten Sie keine Wegbeschreibung erfinden. Sie sollten ihn mit Mutmaßungen verschonen, auch wenn diese Ihnen irgendwie glaubhaft erscheinen. Sie sollten ihm sagen, dass Sie keine Ahnung haben, und ihn die Wegbeschreibung von einem anderen einholen lassen, der mehr weiß.
Ahnungsloses Wählen ist sogar schlimmer, als ahnungslos Wegbeschreibungen zu geben, weil Wählen die Ausübung politischer Macht bedeutet (wenngleich einer sehr kleinen). Für eine bestimmte Politik zu stimmen, bedeutet nicht bloß, eine Empfehlung abzugeben, sondern beinhaltet einen Aufruf, diese Politik anderen gewaltsam aufzuerlegen. Die Mehrheit legt der übrigen Gesellschaft Maßnahmen [22] oder Personalentscheidungen auf. Um die Teilnahme an einer derartigen Zumutung zu rechtfertigen, muss man eine belastbare Rechtfertigung für die Überlegung haben, dass die Politik oder Personalentscheidung segensreich ist. Eine solche Rechtfertigung fehlt beim Großteil der Wähler nahezu immer. Daher fällt Wählen im ganz überwiegenden Teil der Fälle nicht nur als Bürgerpflicht durch sondern ist eindeutig unmoralisch.
Man könnte vorbringen, dass Bürger verpflichtet seien, sich zu informieren und dann erst abzustimmen. Aber sich ausreichend zu informieren, welcher Kandidat bei einer Wahl der Beste ist, erweist sich für gewöhnlich als äußerst schwierig. Tatsächlich ist der Gedanke nicht abwegig, dass für die meisten Leute bei den meisten Wahlen diese Aufgabe streng genommen undurchführbar ist. Wie sehr sie der Frage auch nachgehen, wissen die meisten Wähler anschließend immer noch nicht, wer der beste Kandidat ist, und kommen vielleicht nicht einmal zu einer hinreichend sicheren Einschätzung. Selbst wenn es nicht unmöglich ist, handelt es sich bei der Bestimmung des besten Kandidaten offenbar um eine sehr beschwerliche Aufgabe. Daher ist die Forderung unvernünftig, der Einzelne möge die gewaltigen Kosten auf sich nehmen, dieses Wissen zu erwerben, bloß um mit der Wahrscheinlichkeit von sagen wir eins zu zehn Millionen einen bescheidenen Vorteil für die Gesellschaft zu erreichen.
Kurzum ist es am plausibelsten, dass der Einzelne nicht zum Wählen verpflichtet ist, und dass er, wenn er schlecht informiert ist (wie nahezu jeder Bürger), die Pflicht hat, nicht zu wählen.[8] [8] Brennan (2011a, Kapitel 3) verteidigt diese Punkte ausführlicher.

4.2 Lassen Sie gesellschaftliche Probleme außer Acht

Die Gesellschaft leidet unter unzähligen Problemen, zu deren Lösung regelmäßig die Regierung aufgerufen wird. Angesichts der weit verbreiteten politischen Unwissenheit wäre die Regierung jedoch in den meisten Fällen besser beraten, statt einem Lösungsversuch nichts zu unternehmen. Betrachten wir beispielsweise das Problem des Drogenkonsums, der zu Gesundheitsproblemen, Abhängigkeit und einer allgemeinen Zerrüttung des Lebens der Konsumenten und ihrer Familien führt. Möglicherweise könnte die Regierung etwas zur Lösung des Problems unternehmen. In Anbetracht der Unwissenheit von Spitzenpolitikern, Aktivisten und Öffentlichkeit wird ein Lösungsversuch der Regierung jedoch kaum gelingen.
Nun könnte man denken, bei völliger Ahnungslosigkeit würden unsere Maßnahmen zwar ebensogut zu einer Verschlimmerung wie zu einer Linderung des Problems führen; aber solange wir über ein wenig relevantes Wissen und Verständnis verfügen, und wir auf eine Linderung hinarbeiten, sollten wir zumindest etwas eher das Problem tatsächlich lindern, als es zu verschlimmern. Daher könne und solle die Regierung, auch wenn sie nicht weiß, was das Problem löst oder lindert, zumindest eine fundierte Vermutung anstellen und diese dann umsetzen.
Aus mindestens vier Gründen ist das falsch. Erstens bringt jede Regierungsmaßnahme, welche den Bürgern Pflichten und Verbote auferlegt, gewisse Kosten mit sich. Ein Kostenpunkt ist die Einschränkung der Freiheit der Bürger. Ein Weiterer liegt im Leid derjenigen, die gegen das Gesetz verstoßen und infolgedessen vom Rechtssystem bestraft werden. Ein Dritter liegt in den finanziellen Ausgaben zur Umsetzung der Maßnahme. Im Falle der Drogengesetze bedeutet dies, dass den Menschen die Freiheit abgesprochen wird, mit ihrem eigenen Leib umzuspringen, wie ihnen beliebt, dass überführte Gesetzesbrecher über Monate und Jahre im Gefängnis leiden, und dass alle Steuerzahler unter den Ausgaben für die Durchsetzung der Drogengesetze leiden.
Zweites besteht gewissermaßen eine moralische Vermutung zu Lasten gewaltsamer Eingriffe. Gesetze sind Befehle, welche mit Gewaltandrohung gegen jene, die sie missachten, untermauert werden. Gewalt zum Nachteil eines Menschen erfordert durchgängig eine klare Rechtfertigung. Man ist nicht berechtigt, gewaltsam einem Menschen Schaden zuzufügen auf der Grundlage, dass derjenige einen Befehl missachtet hat, von welchem man lediglich glaubt, er habe einen gesellschaftlichen Nutzen. Wenn nicht klar ersichtlich ist, dass die erwarteten Vorteile einer Maßnahme die erwarteten Kosten übersteigen, dann hat man kein Recht Gewalt anzuwenden, um diese Maßnahme der übrigen Gesellschaft aufzuerlegen.
Ein dritter ähnlicher Punkt besteht darin, dass der Staat, wenn er aktiv in die Gesellschaft eingreift, etwa durch die Erteilung eines Befehls und die gewaltsame Schädigung der Gehorsamsverweigerer, dadurch für jeden Schaden verantwortlich wird [23] , der sich daraus ergibt; was er aber nicht in dieser Weise wäre, wenn es ihm bloß (aus Unwissenheit) misslingt, Schäden zu verhindern. Stellen Sie sich vor, ich beobachte eine Frau an der Bushaltestelle dabei, wie sie eine Flasche Pillen öffnet, und offensichtlich eine davon einnehmen will. Bevor ich mich dazu entschließe, ihr die Pillen zu entreißen und in den Gulli zu werfen, sollte ich mir sehr sicher sein, dass es sich tatsächlich um schädliche Pillen handelt. Sollte sich herausstellen, dass ich der Frau ein Medikament entrissen habe, das sie zur Verhinderung eines Herzanfalls benötigt, bin ich für die Folgen verantwortlich. Wenn ich mich andererseits aufgrund der ungewissen Natur der Pillen dazu entschließe, die Frau in Ruhe zu lassen, sich aber später herausstellt, dass sie Gift eingenommen hat, dann bin ich nicht für ihren Tod verantwortlich. Deshalb hat ein Eingriff eine schwerere Beweislast zu tragen als das Gewähren-Lassen. Würde die Regierung gleichermaßen aufgrund der Unsicherheit über die Wirkung von Drogengesetzen die Drogennutzer einfach in Ruhe lassen, dann wäre sie dadurch nicht verantwortlich für die Schäden, welche jene sich selbst zufügen. Doch wenn die Regierung die Drogengesetze aufrecht erhält, und diese bürden der Gesellschaft gewaltige Kosten auf, dann ist die Regierung für die Kosten moralisch verantwortlich.
Der vierte und letzte Punkt besteht darin, dass blindlings ergriffene Maßnahmen nicht ebenso wahrscheinlich nützen wie schaden sondern sehr viel eher schaden. Der berühmte Volkswirt Ronald Coase, der über 18 Jahre Herausgeber des Journal of Law and Economics war, gab 1997 ein Interview. Unter anderem berichtete er, dass in seiner Zeitschrift eine Reihe von Studien erschienen sei, welche die Auswirkung von Regulierung in verschiedenen Gebieten untersuchten. Als er gefragt wurde, welche Regulierungen schlecht seien, antwortete Coase:
Ich kann mich keiner Guten entsinnen. Regulierung des Verkehrs, Regulierung der Landwirtschaft, Bebauungspläne – doch von A bis Z waren sie alle schlecht. Es gab so viele Studien, und sie liefen praktisch alle auf eins hinaus: Die Folgen waren schlecht.[16]
Wie ist das möglich? Selbst wenn wir nicht viel wissen, sollten wir nicht zumindest einen gewissen Gesamtnutzen in den meisten Fällen erzielen?
An dieser Stelle müssen wir auf das Beispiel von George Washington zurückkommen. Seine Ärzte, welche die Keimtheorie nicht kannten und über keine Antibiotika verfügten, konnten gegen seinen Infekt nichts ausrichten. Der menschliche Körper ist ein komplizierter Mechanismus, dessen Teile auf bestimmte Art zusammenarbeiten. Beinahe alles, was man ihm zuführt oder entnimmt, und beinahe jedes Umräumen seiner Teile stört diesen Mechanismus. In der Tat führen fast alle großen Änderungen am Körper zum Tod. Angesichts der Ahnungslosigkeit der Ärzte des ehemaligen Präsidenten wäre daher zu erwarten, dass nahezu jede von ihnen angeordnete Behandlung schädlich gewesen wäre.
Die Gesellschaft lässt sich als gewaltiger Mechanismus auffassen, dessen Teile (einzelne Menschen) – ähnlich denen eines Organismus – auf äußerst komplizierte Weise zusammenarbeiten.[9] [9] Dieser Punkt wurde von Read (2008) am lebhaftesten dargestellt; vgl. Hayek (1945).
Natürlich behaupte ich nicht, der Staat solle nie in die Gesellschaft eingreifen. Einige Eingriffe sind klar gerechtfertigt. Beispielsweise ist das Verbot von Mord, Diebstahl und Körperverletzung gerechtfertigt. Was unterscheidet diese Verbote etwa von den Drogengesetzen? Eine Reihe von Unterschieden ließe sich aufzählen,[10] [10] zum Unrecht der Drogengesetze siehe meinen Aufsatz von 2009[18]. wobei in diesem Aufsatz der Unterschied in unserem Wissensstand hinsichtlich der Verbote entscheidend ist. Wir wissen, dass ein Verbot von Mord vorteilhaft ist. Es gibt keine ernsthaften Argumente gegen diese Behauptung, und alle Fachleute sind sich einig. Man kann jedoch schlicht nicht behaupten zu wissen, dass ein Drogenverbot vorteilhaft sei; diese Behauptung ist wahrlich umstritten. Statt für generelles Gewähren-Lassen plädiere ich für eine hohe Beweislast auf Seiten derer, die gesetzliche Ansprüche oder Verbote verfechten. Wenn die Fachwelt in der Frage gespalten ist, ob ein staatlicher Eingriff vorteilhaft ist, sollte dieser durchgängig abgelehnt werden.
Dieser Lehrsatz lässt sich auch auf andere umstrittene Fragen anwenden wie das Waffenrecht, Konjunkturspritzen, [24] Mindestlöhne, Einwanderung usw. In jedem dieser Fälle ist der Nutzen von staatlichen Eingriffen in der Fachwelt bestenfalls umstritten; in einigen davon ist die Expertenmeinung gegen Eingriffe. Daher sollte die Regierung nicht den Besitz von Schusswaffen beschränken oder versuchen, die Konjunktur anzukurbeln, oder Mindestlöhne einführen oder die Einwanderung beschränken, ebensowenig wie sie Drogen verbieten sollte.

4.3 Schwächen Sie die Demokratie

Demokratie funktioniert gut bei Fragen, deren Antwort offensichtlich ist. Beispielsweise hätte ich keine Bedenken, das Volk über den Mordparagraphen abstimmen zu lassen. Demokratien sind Diktaturen hauptsächlich aus dem Grund überlegen, dass Diktaturen dazu neigen, Dinge zu tun, die offensichtlich und unstrittig übel sind – etwa Millionen von Menschen ermorden. Aber bei umstrittenen Fragen oder solchen, die sorgfältiges Nachdenken und Fachwissen erfordern, wird die Demokratie zum Glücksspiel. Unwissenheit und Unvernunft der Wählerschaft führen häufig zu schädlichen und ungerechten Regelungen.
Bei umstrittenen Fragen besteht die beste Lösung nicht darin, einfach abstimmen zu lassen; die beste Lösung besteht darin, die Frage aus der politischen Arena zu nehmen, also den Staat am Eingreifen zu hindern. Grund dafür ist schlicht die Empfehlung aus Abschnitt 4.2↑, allen staatlichen Eingriffen eine hohe Beweislast aufzubürden. Wenn beispielsweise die Vorteile der Waffengesetze umstritten sind, sollten wir mithin nicht darüber abstimmen, ob wir den privaten Besitz von Schusswaffen einschränken, sondern die Regierung daran hindern, dies zu tun.[11] [11] siehe meinen Aufsatz von 2003 zur weiteren Erörterung dieser Frage.[17] Genau darin liegt die Absicht des zweiten Verfassungszusatzes der USA. Viele Vorkehrungen dieser Verfassung sind als weise Beschränkungen der Demokratie angelegt – beispielsweise dass die Regierung nicht die Ausübung des Islam verbieten kann, selbst wenn die Mehrheit der Wähler das befürwortet.
Es mag undurchführbar sein, in einer Verfassung Verbote für alle Regelungen aufzuführen, die umstritten sein könnten oder deren Wirkung unbekannt ist. Ein brauchbarer Behelf läge darin, für die Verabschiedung eines Gesetzes eine große qualifizierte Mehrheit vorzusehen. Beispielsweise könnte ein Staatswesen vorsehen, dass die Verabschiedung eines Gesetzes eine 70%ige Mehrheit erfordert, wogegen eine 30%ige Minderheit zur Aufhebung eines bestehenden Gesetzes reicht. Eine derartige Regelung wäre nicht perfekt, würde aber vielleicht den Großteil schädlicher Gesetze hinwegfegen und dabei immer noch Gesetze ermöglichen, für die ein klarer Bedarf besteht. Beispielsweise muss uns nicht bange sein, dass 30 % der Legislative mit ihrer Stimme Mord erlauben.

4.4 Kämpfen Sie nicht für Ihre Überzeugungen

In politischen Dingen sollten wir normalerweise nicht für das kämpfen, woran wir glauben. Für etwas Kämpfen beinhaltet nach meinem Verständnis den Kampf gegen jemand anderen. Wenn einer mit seinem Ziel auf keinen (menschlichen) Widerstand stößt, würde man das als Arbeit für ein Anliegen bezeichnen (beispielsweise arbeiten für die Eindämmung der Schwindsucht, arbeiten für die Ernährung der Armen) und nicht als Kampf dafür. Man kämpft also normalerweise nur dann für ein Anliegen, wenn das, wofür man sich einsetzt, umstritten ist. Und meistens wissen diejenigen, welche sich für ein umstrittenes Anliegen einsetzen, tatsächlich nicht, ob dieses richtig ist, so sehr sie auch glauben mögen, es zu wissen. Wie in Abschnitt 3.2↑ dargelegt wurde, kämpfen sie, um sich als Kämpfer für ein edles Ziel zu erleben, statt wirklich die Ideale anzustreben, die sie glauben anzustreben.
Der Kampf für ein Anliegen ist mit erheblichen Kosten verbunden. Typischerweise wendet man eine große Menge Zeit und Energie auf und legt dabei zugleich anderen Kosten auf insbesondere jenen, die gegen die eigene politische Position sind. Diese Zeit und Energie sind höchst wahrscheinlich verschwendet, weil keine Seite die Antwort auf die Streitfrage kennt. In vielen Fällen wird Aufwand in die Erreichung einer Maßnahme gesteckt, [25] die sich als schädlich und ungerecht erweist. Es wäre besser, seine Zeit und Energie auf Ziele zu richten, von denen man weiß, dass sie gut sind.
Nehmen wir also an, dass Sie sich zwischen einer Spende an Moveon.org (eine Gruppe linksgerichteter Aktivisten [das deutsche Pendant ist Campact, A. d. Ü.]) oder an die Stiftung gegen Malaria (ein Wohlfahrtsverband, der Malaria in Entwicklungsländern bekämpft) entscheiden (bzw. Zeit für eine der beiden Organisationen opfern). Für diejenigen, denen das Wohlergehen der Menschheit am Herzen liegt, sollte die Wahl klar sein. Spenden an Moveon.org beeinflussen staatliche Maßnahmen oder auch nicht, und wenn sie es tun, kann die Wirkung entweder gut oder schlecht sein – über diesen Punkt lässt sich streiten. Aber Spenden an die Stiftung gegen Malaria retten mit Sicherheit Menschenleben. Niemand bestreitet das.[12] [12] Siehe http://www.againstmalaria.com. Als dieser Beitrag erstellt wurde, stufte GiveWell (eine bekannte Bewertungsorganisation für Wohlfahrtsverbände) sie als kosteneffizientesten Wohlfahrtsverband ein (siehe http://givewell.org/international/top-charities/AMF, abgerufen am 28. März 2012).
Es gibt Ausnahmen von der Regel, dass man nicht für ein Anliegen kämpfen soll. Manchmal sehen Menschen die Notwendigkeit, für ein Anliegen zu kämpfen, obwohl dieses offensichtlich und unstrittig gut ist wie im Falle des Kampfes zur Beendigung von Menschenrechtsverletzungen in einer Diktatur. In diesem Fall hat man es mit korrupten oder bösen Gegnern zu tun. Gelegentlich weiß ein Einzelner, dass ein bestimmtes Anliegen richtig ist, auch wenn es in der Allgemeinheit umstritten ist. Dies kann vorkommen, weil er über Fachwissen verfügt, das der Öffentlichkeit fehlt, und sie sich entschlossen hat, den Konsens der Fachleute zu missachten. Aber das betrifft eine Minderheit der Fälle. Die meisten Menschen, die für ein Anliegen kämpfen, wissen in Wirklichkeit nicht, was sie tun.
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