Schädigung der Konsumenten durch Drogen  Hauptseite Das Unrecht von Drogenverboten 
Amerikas ungerechter Krieg
gegen die Drogen

2 Schädigung Dritter durch Drogen

Einige bringen vor, Drogenkonsum müsse einem gesetzlichen Verbot unterliegen, weil er der Familie, den Freunden und Kollegen des Konsumenten schade bzw. der Gesellschaft allgemein. In einem Bericht des US-Bundesamts für Drogenpolitik heißt es:
Eine Demokratie kann nur dann gedeihen, wenn ihre Bürger die eigene Freiheit zu schätzen wissen und sich ihrer persönlichen Verantwortung stellen. Drogenkonsum zerfrisst die Fähigkeit des Einzelnen, diesen Idealen zu folgen. Er setzt in vielerlei Hinsicht die Fähigkeit des Einzelnen herab, sein Leben zu meistern – als Schüler, als Vater bzw. Mutter, als Ehegatte, als Angestellter, ja selbst als Kollege oder Verkehrsteilnehmer. Und obgleich einige behaupten, Drogenkonsum sei Ausdruck persönlicher Autonomie, ist er in Wahrheit der persönlichen Freiheit abträglich, und mindert die Fähigkeit, am gesellschaftlichen Leben und der Verheißung Amerikas teilzuhaben.
Zumindest einer dieser angeblichen Schäden, nämlich die Verkehrsgefährdung, fällt klar in den Aufgabenbereich des Staates. Daher stimme ich vollkommen zu, dass das Fahren unter Drogeneinfluss verboten sein soll. Doch was ist mit den übrigen angeblichen Schäden?
Kommen wir auf unseren hypothetischen Bürger Howard zurück. Stellen wir uns vor, Howard schätzt aus Gründen, die nichts mit Drogen zu tun haben, die Freiheit nicht und stellt sich auch nicht seiner persönlichen Verantwortung. Es ist nicht ganz klar, was das genau bedeutet, doch nehmen wir obendrein an, Howard hängt einer totalitären politischen Weltanschauung an und leugnet die Existenz des freien Willens. Er gibt ständig anderen die Schuld an seinen Problemen und drückt sich vor Entscheidungen. Howard geht aufs College und hat einen Nebenjob. Doch er ist ein schrecklicher Schüler und Arbeiter. Er lernt kaum und vergisst häufig die Hausaufgaben, worauf er schlechte Noten erhält. Wie bereits erwähnt, kommt Howard zu spät zur Arbeit und ist nicht stolz auf seine Arbeitsleistung. Obschon er nicht gegen die geltenden Gesetze verstößt, ist er ein nachlässiger und rücksichtsloser Ehemann und Vater. Er macht auch keinerlei Anstalten, sich in die Gesellschaft einzubringen oder an der Verheißung Amerikas teilzuhaben. Er zieht es vor, daheim vor dem Fernseher herumzugammeln und den Rest der Welt für seine Probleme zu verfluchen. Kurz gesagt, Howard tut seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen sowie der Gesellschaft all das an, was die Drogenbehörde in Folge von Drogenkonsum befürchtet, und das auch noch überwiegend mit Absicht.
Soll der Kongress ein Gesetz gegen Howards Taten verabschieden? Soll die Polizei ihn anschließend verhaften, und der Staatsanwalt ihn dafür anklagen, dass er ein Versager ist?
Wieder scheint die Vorstellung absurd, jemanden für ein derartiges Verhalten zu verhaften und einzusperren, so unerwünscht es auch sein mag. Da [139] Drogenkonsum lediglich ein Risiko birgt, anschließend in der jeweiligen Weise zu handeln, ist die Ansicht noch absurder, man solle Menschen für Drogenkonsum verhaften und einsperren mit der Begründung, dieser habe möglicherweise solche Folgewirkungen.
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